Empathie statt Ellbogen

Als Mediator und Mensch ist mir ein gesunder Umgang miteinander besonders wichtig – und leider oft Mangelware. Die tägliche Interaktion im Beruf hält uns oft einen Spiegel vor, der dir zeigt, wie du und andere ticken. Zwei Beispiele sind mir in der letzten Zeit besonders in Erinnerung geblieben.

Kürzlich sagt mir ein Kollege, der seit Wochen als Spezialist intensiv an einem komplizierten Problem arbeitet und regelmäßig seine Fortschritte präsentiert, frustriert:

„Jeder sucht in der Präsentation scheinbar nur den Punkt, wo ich mir widerspreche. Keiner fragt, wie ich etwas meine oder was die Basis für eine bestimmte Aussage ist.“

Diese Aussage ist symptomatisch für eine Kommunikationskultur, in der es mehr ums Gewinnen und Kritisieren geht als ums Verstehen und Vorankommen. Die Kollegen verfallen in eine destruktive Haltung, die unnötig Druck aufbaut und das kreative Potenzial ausbremst. Anstatt die präsentierten Informationen als Basis für eine gemeinsame Lösung zu nutzen, suchen sie bewusst oder unbewusst nach Schwachstellen.

Mein Tipp an dich und deine Kollegen: Wechsle von der Haltung des „Kritikers“ zur Haltung des „Coaches“. Frag nicht nur nach dem Was (dem vermeintlichen Widerspruch), sondern nach dem Warum und Wie. Eine einfache Frage wie: „Das klingt interessant, kannst du uns bitte kurz erklären, wie du zu dieser Schlussfolgerung gekommen bist?“ öffnet die Tür für Verständnis und Wertschätzung – und führt letztlich zu einer besseren Lösung.

Dieser Ansatz führt uns direkt zu einem zentralen Pfeiler der positiven Motivation, perfekt zusammengefasst in diesem Zitat, das ich kürzlich in einem LinkedIn Post gelesen habe:

„Gewinnen ist eine wunderschöne Erfahrung. Es fühlt sich großartig an zu wissen, dass sich deine harte Arbeit ausgezahlt hat. Aber die tiefere Lektion dreht sich um Anerkennung. Jeder verdient es, sich geschätzt zu fühlen. Egal ob Kollegen, Praktikanten oder Führungskräfte – wenn du siehst, dass jemand etwas Großartiges leistet, sag es ihm. Lass sie sich in ihren täglichen Bemühungen wie Gewinner fühlen!“

Dieses Zitat hat absolut Recht. Der wahre Motor menschlicher Leistung ist nicht nur der Erfolg selbst, sondern die Anerkennung dafür. Wenn du die täglichen Anstrengungen und kleinen Siege siehst und wertschätzt, baust du Vertrauen auf und motivierst nachhaltig. Ein Mensch, der sich gesehen und gewürdigt fühlt, ist bereit, sich weiter einzubringen, konstruktive Kritik anzunehmen und über sich hinauszuwachsen.

Nimm dir das zu Herzen: Mach es zur Gewohnheit, aufrichtiges Lob und Anerkennung auszusprechen. Es kostet dich nichts, aber es kann das Arbeitsklima und das Selbstwertgefühl anderer immens steigern.

Lass uns im Zusammenarbeiten und Zusammenleben mehr Empathie walten lassen. Fokussiere dich nicht nur auf deinen eigenen Vorteil und auf dein eigenes Vorankommen mit Hilfe deiner Ellbogen. Durch mehr Verständnis, Anerkennung und echtes Interesse aneinander wird unsere Welt, Tag für Tag, ein wenig besser und heller. Wage den ersten Schritt – es beginnt bei dir!

Das Team von FRE!DAY gratuliert dir zu deinen ersten Erfolgen und freut sich auf den Austausch mit dir!

(Beitrag von Alexander Beichtbuchner – ab@freiday.at)